Lehrstuhl für
Werkstoffverarbeitung

Energetische Modernisierung des genossenschaftlichen Wohnquartiers Margaretenau in Regensburg (MAGGIE)

Projektleiter: Prof. Dr.-Ing. Thorsten Gerdes
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Lukas Zielbauer

Projektstart: Oktober 2017
Projektende: September 2020
Externe Partner:

Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH),
Baugenossenschaft Margaretenau,
Carnotherm Wärmelogistik GmbH & Co. KG,
Franken Maxit Mauermörtel GmbH & Co,
Stadt Regensburg (Amt für Stadtentwicklung).

Förderung:

BMWi

Projektbeschreibung:

Umwelt- und klimapolitische Zielsetzungen der Bundesregierung treffen in der aktuellen Debatte um Wohnungsknappheit und “bezahlbares Wohnen” auf sozialpolitische Herausforderungen. Die Siedlungen der 1920er bis 1940er Jahre stellen ca. 12 % des deutschen Wohnungsbestandes dar, bei einer Sanierungsquote von unter 1 % weisen viele Gebäude erhebliche energetische Einsparpotentiale auf.

Im Projekt MAGGIE sollen für das architektonisch wertvolle genossenschaftliche Stadtquartier „Margaretenau“ (BJ: 1919 bis 1969) in Regensburg Musterlösungen für energieoptimiertes Wohnen mit innovativen Konzepten entwickelt werden. Ein bestehendes Wohngebäude dient als Demonstrations- und Versuchsobjekt für die Modernisierungen. Die Gebäude werden mit einem besonders effizientes Hybridsystem aus Wärmepumpentechnologie und Kraft-Wärme-Kopplung neben einer neuartigen aktiven und adaptiven Gebäudehülle auf Basis von Mikrohohlglaskugeln ausgestattet. Zusätzlich soll ein Tool entwickelt werden, das den Anlagenbetrieb basierend auf Monitoringdaten, Nutzerbedarfsprofilen, Strombörsendaten und Wettervorhersagen dynamisch und perspektivisch regelt. Die steigende Kaltmiete soll dabei durch die sinkenden Nebenkosten kompensiert werden, sodass die Renovierung für die Genossen kostenneutral verläuft.

Die Putz- und Wandsysteme auf Mikrohohlglaskugel-Basis stellen aufgrund der erwarteten Eigenschaften nach dem derzeitigen Stand von Bautechnik und Bauphysik eine revolutionäre Innovation dar. Das in der Praxis bereits eingesetzte Solarfarben-Prinzip soll in diesem Projekt auf Fassaden-Dämmsysteme übertragen werden. Dadurch kann die Infrarotstrahlung der Sonne bei hohen Sonnenständen (Sommer) reflektiert und bei niedrigen Sonnenständen (Winter) absorbiert werden. Dieser Effekt und weitere Eigenschaften sollen durch unterschiedliche Beschichtungen der Mikrohohlglaskugeln verstärkt und teils erst hervorgerufen werden. Der erhöhte Ausnutzungsgrad solarer Gewinne und die Nutzung der bestehenden Gebäudemasse als thermischer Speicher tragen in der kalten Jahreszeit in Verbindung mit einer verbesserten thermischen Behaglichkeit im Gebäudeinneren durch innovative Innenputz-/Innenfarbsysteme maßgeblich zur Einsparung von Heizwärme bei. Bedingt durch die anorganische Zusammensetzung der Putze und Farben sind die Mikrohohlglaskugel-Systeme zudem nicht brennbar, schimmelresistent und recyclingfähig.

 MAGGIE

Mikroholglaskugeln in Zement-Matrix